Freitag, 5. Mai 2017

Vor den Erdbeertagen



Ich halte mich eigentlich für einen relativ ausgeglichenen Menschen. Okay, ich bin nachtragend, manchmal etwas schnippisch und in Diskussionen neige ich zu spontanen Wutanfällen. Aber ich bemühe mich wirklich eine selbstaktualisierte, in sich ruhende und verständnisvolle Frau zu sein. Ich hab sogar mal mit Yoga angefangen, damit ich diesen inneren Frieden festigen kann. Aber ehrlich gesagt hab ich mir nur einen Mordsmuskelkater geholt. Ich fühlte mich nach den Übungen nicht besonders friedlich, sondern war einfach nur völlig fertig und habe es noch knapp in mein Bett geschafft. Aber vielleicht ist das die Strategie von Yoga. Die Menschen sind danach so kaputt, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, Streit zu suchen.

Es gibt allerdings so gewisse Tage, in denen ist nichts mit innerer Ausgewogenheit. Da ist mir nicht danach mit Blumen zu werfen, sondern vielmehr danach mit dem Hackbeil durch die Gassen zu laufen. Ich bin gereizt, übellaunig und ständig so auf 180, dass ich vermutlich sogar einen Wettlauf gegen einen Ferrari gewinnen würde. Und wisst ihr was das Gemeine an diesen Tagen ist? Sie kommen immer wieder! Denn es sind die berühmten Tage vor den Tagen, jenen Zeitraum, indem sich der weibliche Körper auf das „Wunder der Frau“ vorbereitet.

Als ich ein Teenager war (lang ist es her) habe ich alle Bücher von Marion Zimmer Bradley verschlungen (für alle die sie nicht kennen: In ihren Büchern sind Frauen grundsätzlich starke, unabhängige Priesterinnen, während Männer schwanzgesteuerte, machtbesessene Idioten sind). Marion Zimmer Bradley behauptete immer, Frauen mit Monatsblutung seien der Göttin ganz nahe, spirituell erweitert und eins mit der Mutter Natur. Bei mir muss etwas danebengegangen sein, denn ich fühle mich weder vor noch während meiner Tage „eins mit der Mutter Natur“. Tatsächlich würde ich Mutter Natur in dieser Zeit den Hals umdrehen, wenn ich ihr begegnen würde.

In diesen Tagen reicht der kleinste Anlass um bei mir einen hysterischen Anfall auszulösen. Ich finde mein Lieblingsshirt nicht? Tobsuchtsanfall! Das Shampoo ist leer? Tobsuchtsanfall! Meine spanischen Nachbarn feiern mal wieder lautstark eine Gartenparty? Tobsuchtsanfall! Die Bürste verheddert sich in meinen Haaren? Tobsuchtsanfall!

Vor allem aber bin ich wütend. Stinkwütend! Obwohl ich sonst Konflikten aus dem Weg gehe und eher der „das – stimmt – schon – so – für – mich – Hauptsache – wir – streiten – uns – nicht – Typ bin, bin ich vor meinen Erdbeertagen auf Krawall aus.  Das führt dazu, dass ich mit jedem, der nicht schnell genug auf dem nächsten Baum ist, über komplexe Themen wie Feminismus, Linksradikalität, Veganismus oder den Weltfrieden diskutieren will. Wobei diskutieren eigentlich das falsche Wort ist. Eigentlich will ich meinem Gegenüber einfach nur meine Meinung um die Ohren hauen. Widerspricht man mir, fange ich gerne mal an zu brüllen oder aufzustampfen. In extremen Fällen liegt auch ein türenschlagender Abgang drin.

Simple Fragen wie „Reichst du mir mal die Butter?“ oder „Wie lange arbeitest du morgen?“ empfinde ich schon als Kampfansage. Leise Kritik wie „du solltest dir noch die Haare bürsten“ ist in meinem Universum schon eine persönliche Kränkung und Forderungen wie „denk daran seine Mail zu beantworten“ ist eine Zumutung.

Vor den Tagen mir alles auf die Nerven. Vor allem Menschen! Menschen, die mit mir Zug fahren, Menschen, die vor mir in der Schlange stehen, Menschen, die mit mir im Restaurant sitzen, Menschen, die vor mir die Rolltreppe betreten…Kurz gesagt: Alle, die sich in meiner Nähe befinden trampeln auf meinem empfindsamen Nerven herum.

Fragt mich die Kassierin ob ich eventuell noch Kleingeld hätte, möchte ich sie brüllend in Kenntnis davon setzen, dass ich ihr das Kleingeld schon gegeben hätte, wenn ich das gewollt hätte. Fragt mich eine entnervend hübsche Studentin ob sie sich in mein Zugabteil setzen dürfte, möchte ich sie anzischen, warum sie sich nicht einfach in irgendein anderes Abteil aussuchen könnte; es muss ja nicht ausgerechnet meins sein. Bittet mich irgendein Typ mit Vollbart und halblangen Haaren um eine Unterschrift für die Rettung einer selteneb Tierart, möchte ich ihm das Klemmbrett aus den Fingern zerren, es ihm um den Kopf schlagen und ihn anschreien, dass er seine blöden arktischen Schnabelpinguine selbst retten soll.

Aber das Gemeine ist: Sind die Tage dann endlich da, wird es nicht besser. Zwar verschwindet die Wut, dafür werde ich unendlich traurig. Der Anblick einer zertretenen Schnecke bringt mich zum Weinen und die neueste GNTM – Folge an deren Ende eine meiner Favoritinnen gehen muss, löst wahre Sturzbäche bei mir aus. Zugleich setzt ein allesumfassender Weltschmerz ein. Alles erscheint mir sinnlos, alles erscheint mir sinnlos, alles ist blöd. Ich stelle mir weltbewegende Fragen wie, wozu wir auf der Erde weilen, wenn wir sie doch wieder verlassen müssen, wieso es immer Krieg geben muss und wieso es mit den Männern immer so kompliziert sein muss. Das einzig Sinnvolle erscheint mir in diesen Tagen mich mit mehreren Tüten Chips auf dem Sofa zu verkriechen, mir Disney – Filme anzusehen und meine Katzen zu knuddeln.

Unglücklicherweise fallen meine Tage auch immer auf Momente, in denen ich sie eigentlich nicht brauchen kann. Ja, ja, es heisst eigentlich Regel und sollte entsprechend auch regelmässig kommen. Aber pünktliche Perioden sind für Frauen, die Yoga machen können, ohne sich fast die Beine zu brechen; Frauen, die super erfolgreich in ihrem Job sind und gleichzeitig drei Kinder aufziehen, Frauen, die auch dann noch hübsch aussehen, wenn sie gerade einen Marathon gelaufen sind, Frauen, die sich eine Strumpfhose anziehen können, ohne gleich eine Laufmasche reinzureissen, Frauen, die ihre 120 Termine in einem coolen Planer mit dazu passendem Silberstift eintragen und deshalb alles perfekt im Griff haben, Frauen, die sogar im Jogginganzug noch stylisch ansehen. Regelmässige Perioden sind nicht für Frauen, die sich an freien Tagen kaum überwinden können die Haare zu bürsten oder auch nur die Pyjamahose auszuziehen.

Und so überkommt mich der gefürchtete periodenbedingte Katzenjammer stets an den ungünstigsten Tagen. Ich kann euch sagen, es ist nicht lustig, wenn ihr irgendeine witzige Rede halten solltet, euch aber am liebsten in Fötushaltung unter den nächsten Tisch kauern und eine Runde weinen würdet. Oder wenn ihr einen Autoren charmant anmoderieren solltet und ihr euch am liebsten laut weinend auf dem Boden werfen würdet.  Oder wenn ihr Wahlwerbung verteilen solltet und ihr den Leuten lieber Vorträge über die Sinnlosigkeit des Lebens haltet würdet.

Doch  Gott sei Dank gehen sie vorbei. Die Tage und auch die Tage vor den Tagen. Und dann gibt es ja auch die guten Tage. Die Tage zwischen den Tagen sozusagen. Wo ich vielleicht nicht eins mit der Mutter Natur bin. Dafür aber einigermassen eins mit mir selber.

Montag, 24. April 2017

Von Luxusstrassen und Geburtshelferkröten



Auch wenn der eine oder andere vielleicht den Eindruck hat, dass ich den lieben langen Tag nichts anderes mache als Modelshows zu gucken oder boshafte Blogs über Männer  zu schreiben: Ich mache durchaus auch noch andere Sachen. Disney Filme schauen zum Beispiel oder Tarotkarten legen.  Aber letzten Freitag habe ich mich tatsächlich mal wieder aufgerafft und habe was Politisches getan. Das bestand zwar nur darin, dass ich zur Parteiversammlung ging, aber so schusselig wie ich momentan drauf bin, ist es schon ein Leistung, dass ich den Termin nicht vergessen habe.

Und dort sah ich ihn dann live und in Farbe: Cédric Wermuth. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich ihm in meiner schlimmsten SP – Krise die Gefolgschaft auf Twitter gekündigt habe, weil ich seine Tweets als eine Spur zu selbstherrlich empfand. Dann sah ich mir die Dokumentation über die Umsetzung der MEI an und da stieg er wieder in meiner Achtung. Weil er nämlich a) eine unabhängige Buchhandlung besuchte und b) in ein Fitnessstudio ging. Also nicht, dass ich Muskeln so toll finde, aber ich empfand es irgendwie als beruhigend, dass sogar der Vorzeige – Linke überhaupt, ein kleines bisschen oberflächlich ist. Da fühlt man sich doch gleich besser.

Egal: Ich muss sagen, ich verstehe wieso er so erfolgreich ist. Der Mann hat einfach Charisma. Und ein riesiges Redetalent. Das Thema war die Rentenreform – bekanntlich eher etwas trocken und ziemlich kompliziert – und er warf da locker mit Zahlen um sich, als erzähle er gerade ein hübsches Märchen. Das Ganze garnierte er noch mit Anekdoten aus dem Bundeshaus und geschickt platzierten Witzen oder Spitzen gegen die andere politische Seite. Ziemlich clever wie er sein Publikum um den Finger wickelt. Mich würde es aber aus rein psychologischer Sicht schon interessieren, ob er wirklich so selbstbewusst ist, wie er sich gibt oder ob das nicht auch ein bisschen Theater ist um Unsicherheit zu überspielen. Ein bisschen zu glattgebügelt ist mir diese Fassade immer noch. Aber das ist jetzt nur eine ganz persönliche Einschätzung.

Fragt mich aber ja nicht, was er alles erzählt hat. Ich hab wirklich zugehört, aber mich irgendwie gefühlt wie in einer Mathestunde. Viele Zahlen mit denen ich nichts anzufangen wusste und nur hin und wieder einen Fetzen, den ich wirklich verstand. Gut, wurden wir wenigstens nicht aufgerufen und abgefragt. Hey, die klügsten Köpfe haben sich über diese AHV – Reform den Kopf zerbrochen! Wie soll ich denn entscheiden ob die jetzt gut oder schlecht ist? Ich kann ja nicht einmal rechnen!

Auf jeden Fall habe ich jetzt bei unserer Urabstimmung (Alle SP – Mitglieder wurden dazu aufgefordert abzustimmen ob die SP die Rentenreform jetzt unterstützt oder nicht) das Kreuzchen bei „Ja“ gemacht. Mich hat schlussendlich das Argument überzeugt, dass man eine Ablehnung der Reform niemals als ein linkes „Nein“ verstehen würde oder als „Nein“ zur Erhöhung des Rentenalters für Frauen, sondern als „Nein“ zu den Verbesserungen der Rentenreform (ja, seht ihr: Einen Teil habe ich doch verstanden!).

Zwischendurch wurde es noch emotional, weil man sich uneinig war über die Frage ob es jetzt okay ist das Rentenalter für Frauen zu erhöhen oder ob es eine Frechheit ist, im Anbetracht der Tatsache, dass Frauen noch immer weniger verdienen und auch sonst im Berufsleben eher schlechter gestellt sind. Der Feminismus umzingelt mich gerade. Irgendeinmal bin ich sicher in der Lage eine gereifte Stellungnahme zu diesem Thema zu schreiben, aber da ich ehrlich gesagt immer ein bisschen aufs Dach bekomme, wenn ich versuche über Feminismus zu schreiben – oder versuche Witze über Feminismus zu reissen – lasse ich es momentan lieber mir die Finger an diesem Thema zu verbrennen.

Noch emotionaler ging es nach dem Apéro zu. Es ging nämlich um die berühmt berüchtigte Umfahrungsstrasse die gebaut werden soll. Oder eben nicht gebaut werden soll. Darum ging der Krach nämlich. Um Aarwangen verkehrsmässig zu entlasten, soll eine Umfahrungsstrasse gebaut werden. Die würde nur dummerweise durch das sehr schöne Smaragdgebiet führen, in dem zahlreiche Tier – und Pflanzenarten vorkommen. Das Referendum wurde ergriffen, die Unterschriften kamen zusammen und so kommen wir  zu der Ehre abstimmen zu dürfen ob die „Luxusstrasse“ jetzt gebaut wird oder nicht.

Ich dachte ja nicht, dass Strassen ein so emotionales Thema sein können, aber weder das Ja – noch das Nein – Lager scheuen sich davor mit der ganzen Bandbreite an Emotionen auszuspielen. Während die Befürworter auf „Arme Schulkinder, die jeden Tag unter Einsatz ihres Lebens den Schulweg hinter sich bringen müssen“ setzen, ziehen die Gegner die „Arme Tiere, die vom Aussterben bedroht sind und denen jetzt quasi der Lebensraum unter dem Arsch abrasiert wird“ – Karte.

Es wurde also ziemlich hitzig debattiert. Ob das jetzt effektiv etwas bringe, ob das nicht zu einem grösseren Verkehrsaufkommen in Langenthal oder Bützberg führen würde, ob man das Geld nicht lieber für etwas Anderes ausgeben würde, ob man jetzt Arbeitsplätze in der Industrie sichern kann, indem man die Strasse baut und ob es nicht doch noch eine andere Variante geben würde, mit dem man den Verkehr beruhigen kann.

Also offenbar ist es so, dass das Geld, das der Kanton zur Verfügung stellt, entweder für die Strasse zur Verfügung gestellt wird oder gar nicht. Zu meiner grossen Ernüchterung ist es offenbar nicht möglich dieses Geld einfach in etwas anderes zu investieren (Schade). Und naja etwas lässt sich nicht von der Hand weisen: Verkehr, Natur und viel Wohnraum ist schwer unter einen Hut zu bringen. Wir alle wollen mobil sein. Wir alle wünschen uns günstigen Wohnraum. Wir alle wünschen uns Platz. Dafür zahlen wir – oder besser gesagt die Natur – eben auch den Preis.

Ich hab mich trotzdem für ein Nein entschieden. Zum einen weil zu den Tierarten, die sich im Smaragdgebiet häuslich eingerichtet haben, auch die Geburtshelferkröte gehört. Ich liebe Kröten. Und Frösche. Als Kind habe ich die immer eingefangen und aus der Nähe bewundert. Danach habe ich sie selbstverständlich wieder freigelassen. Aber Kröten sind toll! Nur mal so als Tipp: Wenn ihr euch optimal entspannen wollt, stellt euch  eine Kröte vor. Die wirken auf mich immer auf so erhabene Weise gelassen, das färbt ab!

Zum anderen habe ich das Gefühl mir erlauben zu können, nein zu sagen. Denn ich fahre nämlich kein Auto. Ich benutze immer den ÖV oder gehe zu Fuss (okay, manchmal lasse ich mich von meinem Vater rumkutschieren. Aber wirklich nur manchmal). Deshalb ist meine Öko – Bilanz ziemlich gut (endlich mal etwas in dem ich Vorbild sein kann!). Und deshalb habe ich mich für die Natur und gegen die Strasse entschieden (sonnt euch ruhig im Glanz meiner weissen Weste, ihr niederen Sterblichen).

In diesem Sinne: Es lebe die Geburtshelferkröte!



Samstag, 22. April 2017

Der Mörder in meinem Bett



Ich teile mein Bett mit einen Mörder. Mit einem sehr süssen Mörder sogar. Flauschig mit spitzen Öhrchen und Samtpfoten; schnurrend und anschmiegsam, zärtlich und liebevoll; ein praktischer Wärmeofen im Winter, mit dem man wunderbar kuscheln kann. Die Rede ist natürlich von meinem Kater, den ich so heiss und innig liebe, dass ich ihm bereitwillig einen Teil meines Betts überlasse (also in seinem Universum ist es SEIN Bett, dass er MIR in seiner endlosen Grossmut zumindest nachts zur Verfügung stellt). Mein zweiter Kater kommt zwar nicht in mein Bett, dafür leistet er mir auf dem Sofa oder beim Frühstück Gesellschaft, wo er sich mit Vorliebe auf meiner Zeitung räkelt. Ich liebe meine Katzen.

Aber jetzt musste ich lesen, dass meine Stubentiger boshafte Mörder sind; verschlagen und falsch, ein Wolf im Katzenfell. Denn laut einigen Naturschützern sind die Büsis dafür verantwortlich, dass der Bestand von Wildvögeln und Reptilien rapide abnimmt. Deshalb sollen laut dem Aargauer Grossrat Johannes Jenny in Zukunft auch Katzenhalter eine Steuer entrichten müssen. Oder die Katzen gar nicht mehr nach draussen gelassen werden.
Wir hatten immer Hauskatzen. Dies weil wir keine Lust hatten die überfahrenen Reste unserer Tiere von der Strasse zu kratzen. Immer wieder mussten wir uns anhören, dass das Tierquälerei und nicht artgerecht sei. Und jetzt plötzlich finden die Naturschützer, dass Katzen nach drinnen gehören, damit sie nicht jagen können?

Ja, es stimmt: Katzen sind Jäger. Und sie sind nicht zimperlich. Für sie ist die Jagd auch immer Teil eines Spiels. Und sie töten auch nicht nur aus Hunger, sondern aus Lust an diesem Spiel. Meine Stubentiger sind zwar zu doof, um auch nur eine Fliege zu erwischen, aber wenn sie sich auf die Lauer legen, sieht man die Veränderung ihres Wesens. Katzen haben auch eine boshafte Seite an sich. Das gehört zu ihnen, so wie die spitzen Ohren und der lange Schwanz.

Ihnen aber jetzt die Schuld am Schwund der Wildpopulation in die Schuhe bzw. in die Pfoten zu schieben, ist einfach nur bescheuert. Warum haben wir denn überhaupt einen so geringen Bestand an Reptilien? Ich rate jetzt einfach mal wild drauflos und sagte, das liegt daran, dass wir alles zubetonieren, was uns in die Finger kommt. Möglicherweise liegt es auch daran, dass wir überall Strassen bauen. Möglicherweise liegt es daran, dass der natürliche Lebensraum für diese kleinen Tierchen schwindet. Aber das ist jetzt wirklich nur eine ganz gewagte These von mir, es ist natürlich viel wahrscheinlicher, dass diese bösen Teufelskatzen dafür verantwortlich sind!

Wie viele Frösche werden jährlich bei ihren Wanderungen überfahren? Kommt deshalb jemand auf die Idee, Autos zu verbieten? Nein! Obwohl es der Natur definitiv mehr helfen würde als eine Katzensteuer zu erheben. Aber weil wir halt alle mobil sein wollen (ich schliess mich da auch gar nicht aus), zahlen wir halt auch den Preis. Man kann halt nicht immer den Bio – Apfel und den Porsche haben.

Ein Tier ist ein Tier und handelt aus purem Instinkt. Wenn Naturschützer der Meinung sind, Katzen seien rücksichtslose Jäger, die andere Tiere aus purer Bosheit töten, müssen man konsequenterweise auch eine andere Haltung gegenüber dem Wolf einnehmen. Denn auch der Wolf ist ein Jäger, der es zum Beispiel auf süsse Rehe abgesehen hat. Oder möchte man dem Wolf auch ein Glöckchen um den Hals binden, damit seine Beute eine reale Chance auf eine Flucht hat?

Nicht falsch verstehen: Ich persönlich finde es toll, dass der Wolf es sich wieder in den Schweizern Wäldern bequem macht. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass gewisse Naturschützer ein eher verdrehtes Verhältnis zur Natur haben. Natur ist nun einmal kein hübscher ordentlicher Garten, in dem sich alle ganz dolle lieb haben. Natur ist oft wild, ungebändigt und brutal.

Katzen wurden schon mal fast ausgerottet. Im Mittelalter wurden die Katzen gejagt, weil sie als Hexentiere galten. Das Resultat war eine Mäuseplage. Wenn man etwas nicht versteht, ist es immer gleich böse. Natürlich sind Katzen keine Heiligen. Sie sind auch nicht einfach nur süss und knuddelig. Sie haben scharfe Zähne und scharfe Krallen, die sie auch einzusetzen wissen.

Aber wisst ihr was: Katzen lassen selten ihren Müll in Wäldern zurück. Katzen hatten auch noch nie den genialen Einfall Elefanten zu töten, um an ihre Stosszähne zu kommen oder den Regenwald abzuholzen, um damit einen Haufen Geld zu verdienen. Katzen bauen keine riesigen künstlichen Schneepisten, damit sie schon im September Skifahren gehen können. Katzen machen auch keine Tierversuche mit Affen um herauszufinden wie deren Gehirn funktioniert. Und Katzen organisieren auch keine Safaris, wo Touristen bequem mit dem Gewehr Tiere abknallen können. Das alles macht der Mensch und es schadet der Natur enorm.

Wie wäre es also mit einem Ausgehverbot für Menschen?