Freitag, 16. Juni 2017

Liebe Feministinnen...



Liebe Feministinnen,

Es gab eine Zeit (die ist noch nicht einmal so lange her) da wollte ich unbedingt zu euch gehören. Weil ich euch bewunderte. Und weil ich der Meinung war, dass das Anliegen, dass jeder Mensch gleich behandelt wird, egal welches Geschlecht man hat, ein grosses, wunderbares Anliegen ist, für das es sich zu kämpfen lohnt. Jetzt, ein Jahr später, kapituliere ich. Ich bin keine Feministin. Und was noch viel schlimmer ist: Ich will auch keine mehr sein. Ihr habt mir das – entschuldigt die direkte Anklage – ein bisschen verdorben. Wieso, das möchte ich in den folgenden Zeilen darlegen.

Ständig betont ihr, dass Feminismus nicht nur die Frauen einschliesse, sondern alle Menschen und das es eine Freiheitsbewegung sei. Ich hingegen habe mich, seit ich mich vermehrt mit feministischem Gedankengut auseinandergesetzt habe, nicht besonders frei gefühlt. Im Gegenteil. Der Feminismus grenzt ein, er engt ein und er will das eigenständige Denken bewusst in bestimmte Bahnen lenken, in Bahnen, die von Feministinnen als richtig angesehen werden.

Tatsächlich nehme ich Feministinnen ehrlich gesagt nicht unbedingt als offen und tolerant wahr, sondern meistens als verbohrt und selbstgefällig. So ist es richtig und so muss es sein, beharrt ihr, alles andere sei frauenfeindlich, konservativ und rückständig. Toleranz ist aber immer beidseitig. Wenn ihr Verständnis und Akzeptanz für euch fordert, müsst ihr diese auch Meinungen entgegenbringen, die euch nicht entsprechen. Denn auch ihr habt nicht das Recht, eure Meinung als die einzig Wahre zu deklarieren.

Ihr habt auch nicht das Recht, für alle Frauen zu sprechen. Dazu neigt ihr aber immer wieder und wenn eine Frau sich nicht als Feministin bezeichnen mag oder andere Werte lebt als ihr, fällt allzu oft der Spruch: „Sie hat den Feminismus nicht verstanden.“ Manchmal höre ich gar den Vorwurf: „Du kannst das nicht nachvollziehen; du bist zu jung dafür.“ Natürlich, ich musste mir mein Wahl – und Stimmrecht nicht erkämpfen und bin in einer Zeit aufgewachsen, in der mein Geschlecht mich nie einschränkte. Und natürlich habe ich Respekt vor jenen Frauen, die sich dafür eingesetzt haben. Aber muss ich deshalb mein Leben auch in einem ständigen Kampf verbringen, mich über alles aufregen, was in irgendeiner Form sexistisch sein könnte?

Ich sage euch ganz klar was ich möchte und was ich nicht möchte. Ich möchte über schlechte, frauenfeindliche Witze lachen und dann noch schmutzigere, männerfeindliche Witze reissen, ich möchte schreiben, wie ich es will, ohne dass mir jemand sagt, ich solle jetzt hier dieses geschlechtsneutrale Wort und dort jene weibliche Form verwenden, ich möchte meinen Körper zeigen, wenn ich es will und wenn ich Lust drauf habe und ihn nicht als politisches Statement verwenden, ich möchte für eine Wahlliste gefragt werden, weil man meine Ansichten oder meine Art schätzt und nicht weil mein Geschlecht gerade passt, ich möchte die Bücher empfehlen, die mir gefallen und die mich überzeugen und nicht Bücher, die möglichst genderneutral sind, ich möchte mir Modelshows ansehen und mich darüber freuen, dass es noch so etwas herrlich Oberflächliches gibt, ich möchte Geschichten so erzählen, wie sie mir einfallen und nicht so, dass möglichst gleich viele Frauen und gleich viele Männer vorkommen, ich möchte die Person wählen, die ich als fähig für ein Amt erachte und nicht einfach die Frau, nur weil an meine weibliche Solidarität appelliert wird, ich möchte lesen, was ich will und nicht das, was auf irgendeiner Leseliste für die feministische Frau steht, ich möchte sprechen, so wie mir die Worte einfallen und nicht erst stundenlang überlegen, ob ich damit jetzt ein Geschlecht diskriminiere oder ausschliesse, ich möchte nicht als Schwester bezeichnet werden von Frauen, die ich nicht kenne und die ich nicht einmal sympathisch finde, ich möchte nicht bei irgendwelchen Frauenstreiks mitmachen, weil ich meine Arbeit nämlich liebe und mich in ihr geschätzt fühle und was ich erst recht nicht möchte, ist, dass mir Männer, die sich grossartig als Feministen bezeichnen erklären, worüber ich mich als Frau aufzuregen habe.

Ich möchte so leben, wie es mir meine Mutter und meine Grossmutter vorgelebt haben. Die habe zwar keine Ahnung von „genderneutraler“ Sprache und wissen auch nicht was „free – Bleeding“ oder „queer – feministisch“ bedeuten soll. Aber verdammt, sie sind ihren Weg gegangen (und das noch einem wesentlich schwierigeren Umfeld als heute) und sie haben sich durchgesetzt, mit einer Mischung aus Humor, Trotz und Temperament. Und sie haben immer darauf bestanden, ihr Leben so führen zu können, wie sie es wollten.

Liebe Feministinnen, in vielen Dingen habt ihr sicher Recht und ich will auch gar nicht sagen, dass das falsch ist was ihr tut, denn das wäre vermessen von mir. Nur weil es für mich nicht passt, heisst das ja nicht, dass es schlecht ist. Geht ihr euren Weg und ich den meinen und je nachdem kreuzen sie sich vielleicht auch mal. Nur eine Bitte hätte ich: Lasst auch die Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Denn auch wenn sie nicht immer mit euren Wünschen übereinstimmen; ist es doch das, was ihr einst erreichen wolltet. Das wir selbstbestimmen können. Und frei sind von einengenden Moralvorstellungen.


Montag, 5. Juni 2017

Das Gute erkennen



Mir wurde letzthin eine Lehre erteilt. Das passiert mir natürlich öfters, schliesslich bin ich noch jung und manchmal – ich gebe es offen zu – ganz schön selbstherrlich, weshalb sich schon mancher bewogen fühlte, mich vom hohen Ross herunterzuholen. Ab und zu eben auch mit der Abrissbirne. Und eben eine solche Abrissbirne ist mir letzthin wieder an den Kopf gedonnert. In Form eines jungen Mannes.

Aber nicht so wie ihr jetzt denkt. Dieser junge Mann war Kunde in meiner Buchhandlung. Er stand vor dem Comicregal und musterte interessiert die Auslage. Ich erspähte ihn, straffte die Schultern und stiefelte auf ihn zu, um ihn zu fragen, ob ich ihm etwas empfehlen könne. Da ich Stöckelschuhe anhatte, waren meine Schritte gut zu hören und ich ging eigentlich davon aus, dass er sich umdrehen oder mir zumindest einen Blick zuwerfen würde. Doch nichts da, er starrte weiterhin auf die Comicrücken, als würden diese ihn hypnotisieren.

Schon da begann ich mich ein kleines bisschen zu nerven. Der könnte mich ruhig beachten, schoss es mir durch den Kopf, der hat mich bestimmt gehört! Er könnte mir zumindest das Gesicht zuwenden, dann wäre es erheblich leichter ihn anzusprechen. Aber nein, ich muss natürlich mit seinen Rücken kommunizieren! Blöder Kerl!

Nichts desto trotz setzte ich mein strahlendes Zahnpastalächeln auf und begrüsste ihn höflich. Keine Reaktion. Er sah mich nicht einmal an; der Blick blieb immer noch auf die Comics gerichtet. Genauso gut hätte ich den Papierkorb willkommen heissen können. Dann eben nicht, dachte ich ärgerlich, drehte mich um und wandte mich wieder meinen Büchern zu.

Innerlich tobte ich allerdings. Als Frau werde ich sowieso nicht gerne zurückgewiesen und schon gar nicht gerne ignoriert und ich hasse es, wenn ich Kunden grüsse und nichts zurückkommt. Das ist bestimmt ein ganz eingebildeter Kerl, schimpfte ich in Gedanken, einer, der sich für was Besseres hält und glaubt, so eine kleine Verkäuferin brauche er ja nicht zu grüssen! Wieder so ein Typ aus der Eliteschicht, der die Nase viel zu hoch trägt. Daran krankt unsere Welt, dass es immer Menschen gibt, die sich für was Besseres halten, nur weil sie mehr Geld als die anderen. Vermutlich ist das so ein verwöhnter Internatsschüler und der schlimmste Moment in seinem Leben war, als sein von Papa gesponserter Lamborghini den Geist aufgegeben hat…so und so ähnlich steigerte ich mich immer mehr hinein, bis ich den jungen Mann richtiggehend verabscheute und ihn für alles verantwortlich machte, was auf der Welt schiefläuft, angefangen von Donald Trumps Wahl bis hin zu der Flüchtlingskrise.

Nachdem ich mich aber einige Minuten in meiner Abneigung gesuhlt hatte, beschloss ich, noch einmal einen Angriff zu wagen. Inzwischen stand der junge Mann etwas verloren vor den EDV – Büchern. Nun, vielleicht geruht er ja jetzt meine Dienste in Anspruch zu nehmen, dachte ich, noch immer reichlich verschnupft und marschierte kurzentschlossen erneut auf ihn zu. „Hallo, kann ich Euch weiterhelfen?“, fragte ich, eine Spur schnippisch und schob mich entschlossen zwischen ihn und das Regal, um ihn zu zwingen, mich anzusehen.

Es klappte, dieses Mal richtete sich sein Blick auf mich. Allerdings wirkte er reichlich erschrocken, so als sei ich gerade vom Himmel gefallen. Erst sagte er also gar nichts, was mich noch weiter auf die Palme brachte. Was bildete er sich eigentlich nicht? Musste ich noch den Hofknicks machen, dass der Herr sich endlich herabliess um mit mir zu reden?

Doch statt etwas zu sagen, legte der junge Mann bedeutungsvoll erst die Hand auf seine Ohren und dann auf seinen Mund. Erst begriff ich nicht, was das sollte. Dann,  als der Groschen fiel, wurde ich knallrot und schämte mich mit einem Mal sehr. Der junge Mann hatte mich nicht ignoriert, weil er sich für was Besseres hielt. Und er hatte auch nicht deshalb kein Wort gesagt, weil auf mich herabblickte. Er hatte mich schlichtweg nicht gehört und konnte gar nicht mit mir reden, obwohl er es bestimmt gewollt hätte. Denn der junge Mann, den ich in meinen Gedanken schon als ‚eitel‘ und ‚arrogant‘ abgestempelt hatte, war taubstumm.

Diese kleine Episode hat mir eines wieder deutlich vor Augen geführt: Man soll nicht immer das Schlechteste von seinen Mitmenschen denken. Die sind nämlich oft gar nicht so böse, wie wir denken. Das vergessen wir nur oft, weil die Zeitungen voll sind von Korruption, Skandalen, Kriegen und Terroranschlägen. Sehe ich mir die Nachrichten an, fällt es mir oft schwer noch an das Gute zu glauben oder auf eine bessere Welt zu hoffen. Und oft projiziere ich diesen Weltfrust auch auf mein Leben und übersehe, wie viele hilfsbereite, freundliche und gütige Menschen es auf der Welt gibt.  

Das ist ein grosser Fehler. Denn auch das ist es, was den Terror so schrecklich macht. Dass er das Misstrauen und den Hass noch weiter sät. Und das er die Menschen noch weiter auseinandertreibt, statt sie einander näher zu bringen. Das Blut auf den Strassen Englands ist noch kaum getrocknet und schon giften sich die Politiker gegenseitig an, wer Schuld an dem Attentat ist. Die Toten werden zum Wahlkampfhelfer. Das ist Politik, die ich eigentlich nicht erleben möchte, denn es ist eine Politik, welche die Menschen vergisst.

Ebenso schlimm ist es, wenn Staatsoberhäupter die Anschläge dafür nutzen, die Grenzen noch enger zu ziehen und bereits gebaute Brücken wieder abzubrechen. So erreichen die Terroristen schlussendlich was sie wollen: Alle wenden sich voneinander, der Zusammenhalt bröckelt, Hass auf alles was anders ist als man selbst greift um sich. Es ist furchtbar für uns alle, weil wir uns anhand dieser sich überschlagenen Ereignissen machtlos und hilflos fühlen.

Aber ich zumindest werde in Zukunft versuchen, nicht gleich negativ über Menschen zu denken, wenn die nicht so handeln, wie ich es erwarte. Ich bezweifle, dass es  mir immer gelingen wird. Und doch denke ich, dass ich auf diese Weise auch wieder sehr viel Gutes sehen werde, was ich sonst, schlichtweg übersehen hätte.

Sonntag, 28. Mai 2017

Noch ein Dialog





„Ich bin ein Pazifist, aber wenn mir einer meine Freiheit nimmt, werde ich zum Kämpfer und verteidige mich bis aufs Blut.“

„Und wann nimmt man dir die Freiheit weg?“

„Wenn man mich einschränkt.“

„Was ist für dich eine Einschränkung?“

„Wenn man mich zu etwas zwingt, das ich nicht will. Oder wenn man mich kontrolliert. Denn auch das ist Zwang.“

„Das verstehe ich nicht.“

„Sieh mal, wenn man mich kontrolliert, pocht man auf die Einhaltung von Regeln, die ich nicht geschaffen habe und die mir nichts sagen.“

„Also, wenn der Schaffner deinen Fahrausweis sehen will, gibt’s du ihm eins auf die Nase?“

„Schaffner finde ich eigentlich ganz okay. Die drücken ja meist ein Auge zu und sind nicht so streng. Aber von Bullen lass ich mir gar nichts sagen!“

„Was sollte ein Tier dir denn auch zu sagen haben?“

„Ich meine doch die uniformierten Bullen!“

„Ach so, du redest von Polizisten.“

„Eben von Bullen ja. Von denen lass ich mir nichts sagen!“

„Gegen sie würdest du gewalttätig werden?“

„Natürlich nicht grundlos. Nur wenn sie mir ihre Zwänge auferlegen würden.“

„Also wenn sie von dir die Einhaltung der Gesetze fordern.“

„Nicht grundsätzlich. Nur wenn ich diese Gesetze nicht nachvollziehen kann.“

„Wieso kannst du sie denn nicht nachvollziehen?“

„Weil sie eben schlecht sind. Das ganze System ist schlecht.“

„Wer sagt das?“

„Ich!“

„Und wie kommst du darauf?“

„In unserem System geht es vielen Menschen schlecht. Sie leiden unter diesen Gesetzen. Und anderen Menschen geht es viel zu gut in unserem Land. Das ist ungerecht.“

„Du findest, es soll allen gleich schlecht gehen?“

„Nein, es soll natürlich allen gleich gut gehen. Deshalb müssen wir das System ändern.“

„Mit Gewalt?“

„Irgendwie müssen wir die Unterdrückung ja von uns abstreifen“

„In deinen Augen gibt es also gute und schlechte Gewalt?“

„Nicht direkt. Es gibt gute Gründe für Gewalt und schlechte Gründe für Gewalt.“

„Und du denkst, deine Gründe sind gut?“

„Sagen wir es mal so: Ich bin der Auffassung, dass manchmal etwas in Scherben zerspringen muss. Dann kann man es hinterher aufwischen und zu einer neuen und schöneren Skulptur zusammensetzen.“

„Aber viele Menschen sind glücklich in diesem Land und mit diesem System. Sie würden vielleicht lieber die alte Skulptur behalten.“

„Mag sein. Sie wissen eben nicht, welchen Preis sie zahlen für dieses ach so tolle System. Und vor allem wissen sie nicht, was für ein hoher Preis von anderen gezahlt wird, damit sie ihr geruhsames Leben fortsetzen können!“

„Menschen, die keinen Umsturz des Systems wollen, sind also dumm?“

„Nein, aber manipulierbar und oberflächlich!“

„Deshalb brauchen sie also jemanden, der ihnen erklärt was gut und was schlecht ist?“

„Sie brauchen einfach jemanden, der ihnen einen besseren Weg zeigt.“

„Und was ist, wenn sie diesen Weg trotzdem nicht gehen wollen? Dann ist Ihnen gegenüber Gewalt gerechtfertigt?“

„Naja, das ist etwas drastisch ausgedrückt. Aber manchmal muss man eben die Waffen ziehen und kämpfen, wenn man am Ende eine bessere und gerechtere Welt erschaffen will. Ich träume von einem Land, in dem jeder selbst bestimmen kann, was er tun will, ohne Regeln oder Einschränkungen. Absolute Freiheit eben.“

„Also Anarchie.“

„Keine brutale Anarchie, natürlich. Eine friedliche Anarchie, in der nur das Gute regiert.“

„Was ist denn das Gute?“

„Jetzt hör doch mal auf mit diesen dämlichen Fragen!“

„Die Frage ist nicht dämlich. Wenn du sagst, das Gute soll regieren, musst du doch erst definieren, was gut und was schlecht ist. Schliesslich hat jeder Mensch seine eigenen Ideen und Wertvorstellungen.“

„Naja, sie müssen eben lernen, was das Beste für sie und alle anderen ist.“

„Du bringst ihnen also bei, was das Richtige ist. Was das Gute ist.“

„Ja.“

„Du zwingst sie also ihrer eigenen Meinung abzuschwören, weil du der Ansicht bist, deine Meinung sie die bessere?“

„Naja…“

„Du nimmst ihnen also die Freiheit, selbst entscheiden zu können, obwohl du dich doch selbst weigerst, Gesetze anzuerkennen, die dir nicht passen. Du redest davon, deine Freiheit bis aufs Blut zu verteidigen, wenn man sie dir nimmt. Wie werden wohl die Menschen in deiner Anarchie reagieren, wenn du ihnen vorschreiben willst, was sie zu denken und zu fühlen haben? Sie werden, genau wie du, kämpfen. Und wie bei jeder Revolution werden Ströme von Blut fliessen.“

„Vielleicht ist das der Preis, den wir zahlen müssen, um eine bessere Welt zu erschaffen!“

„Nein. Es ist der Preis, den du zahlen willst. Wenn du dabei auch das Blut von anderen forderst, bist du kein Stück besser, als die Kämpfer vom IS.“

„Wie kannst du es wagen! Das ist ja wohl, was komplett anderes!“

„Wieso? In ihren Augen wollen sie ja auch eine bessere Welt erschaffen. Nach ihren persönlichen Idealen und Wertvorstellungen. Und sie finden auch, dass Blut ein angemessener Preis für die Schaffung einer – in ihren Augen – besseren Welt ist.“

„Spinnst du? Du findest also, ich bin auf derselben Stufe wie ein IS – Terrorist?!“

„Nein. Ich versuche nur, dir begreiflich zu machen, dass am Ende deines Weges der Extremismus stehen könnte. Wenn du sagst, ich gebe Polizisten eins aufs Maul, weil sie einen Beruf ausüben, den du nicht verstehen oder akzeptieren kannst, wirst du vielleicht auch einmal sagen, ich töte jetzt diese Menschen, weil ich ihre Meinung nicht verstehen oder akzeptieren kann. Egal ob jetzt religiöser, rechter oder auch linker Extremismus: Am Anfang steht immer die Überzeugung, dass die eigene Meinung die richtige, die der anderen jedoch falsch und verachtenswert sei.“

„Ach, du mit deinem braven Getue immer! Du bist auch manipuliert von den bürgerlichen Medien und infiziert von diesem neo – liberalem Gequatsche, das gerade so in ist. Aber was will man auch erwarten, von einer verwöhnten, jungen Frau, die keine Ahnung von den Leiden vieler Menschen hat?  Typisch!“