Sonntag, 20. August 2017

Festhalten und Loslassen



Ich bin gerne zuhause. Ich liebe es mit meinen Einhornpantoffeln auf dem Soda zu sitzen und mir irgendeinen Film anzusehen, während ich Popcorn futtere. Ich liebe es Musik zu hören und zu träumen oder zu schreiben oder durch das Zimmer zu tanzen oder zu zeichnen. Mir fällt es zuhause einfach leichter kreativ zu sein. Abgesehen davon fühle ich mich in meinen eigenen vier Wänden sicher und geborgen. Hier ist mein Nest, hier bin ich die Königin oder zumindest die Prinzessin. Hier bin ich nie schüchtern oder verklemmt. U

In letzter Zeit habe ich dann doch öfters Bedürfnis verspürt auch mal auszugehen. Nicht, dass ich jemals eine Ausgangsmaus sein werde, aber schliesslich bin ich ein soziales Wesen und brauche manchmal auch die Interaktion mit anderen Menschen. Und abgesehen davon bin ich lange nicht mehr so scheu wie früher, wo ich mich nicht mal getraut habe jemanden Guten Tag zu sagen oder stundenlang nicht aufs Klo gegangen bin, weil ich Angst hatte, jemanden nach dem Weg zu fragen. Und irgendwo muss ich mir schliesslich auch meine Inspiration holen. Nichts ist so inspirierend wie Menschen (ausser Hundebabys. Und Einhörner).

Also beschloss ich gemeinsam mit einer Freundin auszugehen. Es waren zwei richtig schöne Abende mit guter Musik und in entspannter Atmosphäre. Bis mein Blick dann auf einen ehemaligen Klassenkameraden fiel, der uns die ganze Zeit anstarrte. Ich sah ihn an und auf einmal war ich wieder ein zwölfjähriges, pickliges Mädchen, dass die Turnstange nicht hochkommt und deshalb von allen ausgelacht wird. Denn er war einer dieser „Täter“ die mir die Schulzeit so schwer gemacht haben.

Das wirklich Erstaunliche war, dass er mit uns reden wollte. Er kam zu uns rüber und wollte über die Schulzeit mit uns quatschen. Und meine Freundin redete freundlich mit ihm, während ich ihn nur anstarren konnte und nicht wusste, ob ich weinen oder schreien oder einfach davonlaufen soll. Er war so nett und so freundlich und wenn wir diese Vorgeschichte nicht gehabt hätten, hätte ich ihn sympathisch gefunden. Aber wir hatten nun einmal diese Vorgeschichte und ich, ich hatte einfach diesen Hass in meinem Bauch, einen unbändigen Hass auf einen Menschen, den ich im Grunde doch gar nicht mehr kannte. Aber ich konnte einfach keinen Smalltalk machen und so tun, als wären wir einfach ein paar Klassenkameraden, die sich mal ganz gut verstanden haben und jetzt in Nostalgie schwelgen.

Nachdem das Gespräch immer mehr ins Stocken geriet, meinte er: „Ich glaube, du magst mich nicht.“

Da brach es aus mir heraus und wütend stiess ich hervor, ich sei schliesslich für ihn und seine Kumpels das Klassenopfer gewesen und hätte daher wenig Lust mit ihm zu reden. Und dann er erklärte mir doch, dass er sich nicht mehr daran erinnern könne. Was mich noch zorniger machte. Ich meine, ich habe so viel geweint wegen diesem Mobbing - Scheiss, ich habe mich eine Zeitlang total schwer damit getan unter Leute zu gehen, ich habe Jahre gebraucht um das Mobbing einigermassen zu überwinden und mein ramponiertes Selbstbewusstsein wieder zusammenzukleben…und er hat es einfach vergessen?

Aber dann…und das war irgendwie verwirrend und zugleich irgendwie wohltuend, hörte er tatsächlich zu, wie ich ihm voller Bitterkeit all die Dinge vorwarf, die sie mir damals zugemutet haben. Am Ende gab er zu, dass er sich zwar wirklich nicht mehr daran erinnern könne, aber es klinge sich sehr nach ihm und seinen Leuten an. Er sei damals wirklich so drauf gewesen, wofür er sich jetzt schäme. Und dann hat er sich entschuldigt. Einfach so. Für das was damals passiert sei.

Ich wusste nicht recht was ich damit anfangen soll. Auf der einen Seite fühlte es sich so schräg an und ein bisschen bereute ich es sogar, nicht einfach ganz normal mit ihm geredet zu haben, ohne das Ganze wieder hervor zu zerren. Es ist ja schliesslich schon lange her. Auf der anderen Seite fühlte es sich gut an. Eigentlich habe ich mir eine solche Szene immer gewünscht. Als dass sich einer meiner ehemaligen Schulkameraden entschuldigt für den Scheiss, den sie mit mir abgezogen haben. Zugleich war ich auf stolz auf mich. Noch vor zwei Jahren hätte ich mich nie getraut, jemanden ins Gesicht zu sagen, dass ich einmal sein Mobbingopfer gewesen bin.

Als ich nachhause ging war ich immer noch ziemlich verwirrt über die ganze Szene. Jetzt rückblickend finde ich jedoch: Eigentlich war das auch ganz schön mutig von ihm. Er hätte sich auch einfach wegdrehen und gehen können, stattdessen hat er sich meiner Wut gestellt und sich sogar noch entschuldigt. Ich gebe selbst Fehler nicht so gern zu – wer macht das schon gern – und ich kann mir vorstellen was für eine Überwindung es ihn gekostet hat.

Zugleich hat es mich zum Nachdenken gebracht. Über mein Leben. Vielleicht ist es Zeit, die Vergangenheit abzustreifen. Ja, es war eine schlimme Zeit für mich und ja, ich habe schlimme seelische Verletzungen davongetragen, die immer wieder dann aufbrechen, wenn ich sie am wenigsten brauchen kann. Aber vielleicht ist das auch, weil ich dieser ganzen Scheisse zu viel Platz in meinem Leben einräume. Ich bin vierundzwanzig. Ich sollte nicht mehr darüber nachgrübeln, was vor zehn Jahren mal war.

Vor allem sollte ich mich nicht selbst so mit diesen negativen Gefühlen vergiften. Eigentlich bilde ich mir ein, dass ich ein relativ freundlicher Mensch. Vielleicht nicht der allerbeste Mensch auf Erden, aber ich bemühe mich doch einigermassen gut zu meinen Mitmenschen zu sein. Aber wenn ich an diese Zeit denke und an diese Menschen, dann kocht dieser zähe Hass in mir hoch, der mich dazu bringt, schreckliche Dinge zu denken und zu sagen. Wenn ich an diese Menschen denke oder noch schlimmer sie sehe, dann will ich ihnen wehtun. Seelisch. Dann bin ich voller Rachegelüste. Dann bin ich nicht mehr ich, sondern werde zu einer Person, die ich nicht mag und die mir Angst macht. Es ist nicht besonders toll, wenn du immer darüber redest, was für ein schlechter Ratgeber Hass ist…und dann feststellst, dass das Monster sich auch in dir häuslich niedergelassen hat.

Ich kann den ganzen schlimmen Erfahrungen irgendwo auch etwas Positives abgewinnen. Wäre ich überhaupt die Person, die ich heute bin, wenn ich nie gemobbt worden wäre? Hätte ich mir überhaupt jemals Gedanken darüber gemacht, wie sehr unsere Gesellschaft, Menschen die nicht ganz der gängigen Norm entsprechen, aussperrt? Hätte ich mir Gedanken über mein eigenes Verhalten gemacht und wäre dafür besorgt gewesen, einigermassen anständig mit meinen Mitmenschen umzugehen, wenn ich nicht gewusst hätte, wie sehr einem Lästereien und Abfälligkeiten an die Nieren gehen können? Hätte ich angefangen zu schreiben? Ich weiss es nicht.

Aber ich weiss, dass mein Leben jetzt gut ist. Ich habe eine Familie, die mich liebt, Freunde, die mich lieben, einen Job, den ich mag, eine grosse Leidenschaft und sogar ein bisschen Talent. Ich kann mich nicht mehr über mangelnde Wertschätzung oder fehlendem Respekt beklagen. Wenn ich in die Welt hinaussehe und all diesen Mist sieht, der da abgeht und alle die Toten und alle diese Verfolgten und alle diese Vertriebenen, dann schäme ich mich fast dafür, dass ich so ein Theater mache. Natürlich war meine Schulzeit nicht lustig. Aber was ist das im Vergleich zu den Problemen dieser Welt?

Ich bin sehr nachtragend. Das ist eine meiner negativsten Eigenschaften. Es ist, als würde ich gedanklich für jeden Menschen, dem ich begegne Ordner anlege und in diese dann fülle mit Kränkungen, die dieser Mensch mir angetan hat. Und diese Ordner bewahre ich dann auf, um sie auch nach Jahren wieder hervorzuholen, darin zu blättern und mich so daran zu erinnern, wieso ich diesen Menschen nicht mag, auch wenn dieser mich vielleicht schon lange vergessen hat. Ich bin nicht so gut im Vergeben. Die Einzige, die darunter leidet, bin aber ich selbst. Weil sich dieser Hass dann in mich frisst. Und weil ich so immer wieder in diese Opferrolle falle. Nur weil ich mal zu einem gemacht wurde, heisst das nicht, dass ich für immer und ewig eines bleiben muss.

Ich glaub, ich muss diese unschönen Jahre hinter mir lassen. Nicht vergessen. Aber loslassen. Und weiter gehen.
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Montag, 31. Juli 2017

Eine etwas bösartige aber trotzdem irgendwie lieb gemeinte 1. August – Rede



Liebe Eidgenossen und Eidgenössinnen,

Oder war das jetzt falsch? Heisst es Eidgenossinnen? Oder Eidgeniesserinnen? Naja letzteres wahrscheinlich eher nicht. Vielleicht sollte ich lieber sagen, liebe alle in der Schweiz lebenden Personen! Aber das ist ja auch blöd, weil vielleicht lebt ihr ja gar nicht alle in der Schweiz, sondern seid einfach zufällig vorbeigekommen, weil ihr schon immer mal sehen wolltet, was die Schweizer am 1. August alles so treiben, abgesehen davon, dass sie lustige Feuerwerke in den Himmel schiessen (die zwar keinerlei Zweck erfüllen, abgesehen davon, dass sie Hörschäden verursachen und hübsch aussehen). Und Personen, das ist ja auch sehr eng gefasst, weil in der Schweiz ja nicht nur Personen leben, sondern auch Tiere (und wie ich persönlich ja denke auch Elfen und Zwerge) und die möchte ich ja auch nicht ausschliessen.

Also nochmal: Liebe Lebe- und Fabelwesen hier in und um der Schweiz, ich grüsse euch von ganzen Herzen! Oder um es anders auszudrücken: Ich grüsse alle freien Völker von Mittelerde! Denn wusstet ihr, dass der grosse Meister J.R.R Tolkien sich bei der Landschaftsgestaltung von Mittelerde total von der Schweiz inspirieren liess? Die kraxeln in der Geschichte nämlich dauernd auf Bergen rum! Ist das nicht cool? Ich meine, es ist ganz nett, dass wir als grosse Skifahrernation gefeiert werden, aber was ist das schon gegen die Tatsache, dass wir im grössten Werk aller Zeiten vorkommen? Nichts!

Wenn ich’s mir aber genau überlege, haben sich vielleicht manche Schweizer auch ein bisschen sehr von Tolkien inspirieren lassen. Vor allem von den Hobbits, die in ihrem friedlichen Land leben, nur selten einen Fuss über die Grenze setzen und dauernd davon faseln, dass die Grossen Leuten ihre Probleme gefälligst selbst lösen sollen. Das ist irgendwie typisch Schweiz. Wenn Sauron (der Böse im Herrn der Ringe) bei uns auftauchen würde um uns zu versklaven und der einzige Weg ihn zu besiegen bestünde darin den Ring der Macht zu vernichten, würden wir erst lang und breit darüber diskutieren, ob der Ring wirklich sooo böse ist, dann gebe es eine Demo, die sich für die Vernichtung des Ringes ausspricht, dann eine Gegendemo, dann wird eine Arena – Sendung abgehalten, mehrere sich widersprechende Studien würden durchgeführt werden und Roger Köppel würde eine Verschwörung der Eliten wittern. Und wenn man sich dann schliesslich doch darauf geeinigt hätte, dass der Ring tatsächlich gefährlich ist, würde man ebenso lange darüber streiten, wen man jetzt mit der Aufgabe ihn zu vernichten betrauen soll. Die französischsprachige und die italienischsprachige Schweiz würden darauf pochen das jemand aus ihren Sprachregionen gehen müsse, die Feministinnen würden darauf beharren eine Frau zu schicken, während die Liberalen einfach „den Fähigsten“ auswählen möchten. Bis man sich dann endlich geeinigt hätte, wären wir vermutlich schon lange von Orks erobert worden, aber wir würden diese einfach knallhart ignorieren, weil wir viel zu beschäftigt damit wären darüber zu streiten, wer jetzt genau Schuld an diesem Desaster sei.

Damit will ich nicht sagen, dass wir in der Schweiz dauernd streiten. Na gut, wir streiten uns schon ziemlich oft, allerdings nicht weil wir es so gern tun, sondern weil wir quasi von der Verfassung dazu gezwungen werden. Da wir viele Volksabstimmungen haben, müssen wir uns immer eine Meinung bilden und  sobald die Menschen anfangen nachzudenken, ist nun einmal die Wahrscheinlichkeit gross, dass sich ihre Gedanken in verschiedene Richtungen entwickeln, was das Zusammenleben nun einmal zwangsläufig verkompliziert (stellt euch einmal vor, wie friedlich wir es auf der Welt hätten, wenn wir alle genau gleich denken würden! Also, wenn wir quasi alle dasselbe Hirn hätten! Wobei, wenn wir alle das verdrehte Hirn von Donald Trump hätten, könnten wir das mit dem Weltfrieden  auch wieder knicken).

Darum geht’s ja jetzt eigentlich nicht (auch wenn ich festgestellt habe, dass Donald Trump ein super Gesprächsthema ist. Wenn man bei Tisch ist und die Stimmung kippt, weil man sich in nichts einig werden kann, muss man einfach ein „ich hasse Donald Trump“ in die Runde werfen und plötzlich sind alle ein Herz und eine Seele. Nichts verbindet so sehr wie ein gemeinsamer Feind.) Der Punkt ist, dass die direkte Demokratie nun einmal dafür sorgt, dass die Meinung des Einzelnen wichtig ist. Das verstehen viele Länder, in denen Initiativen und Referenden schlichtweg nicht existieren, überhaupt nicht und deshalb werfen sie der Schweiz gerne Dinge vor, die in ihren eigenen Ländern nicht besser sind, die sie aber besser vertuschen können.

Ein grossartiges Beispiel dafür ist das Frauenstimmrecht. Zugegebenermassen das wurde bei uns sehr spät eingeführt. Aber nicht weil unsere Männer machohafter wären, als die Männer in anderen Ländern. Sie waren halt einfach die einzigen Männer, die um ihre Meinung gefragt wurden. Es ist für eine Regierung bedeutend einfach etwas durchzubringen, wenn sie die berühmte „Volksstimmung“ zwar vage erahnt, es aber dann doch lieber vermeidet, so genau nachzufragen wie diese aussieht.

Das soll keine Kritik an der direkten Demokratie sein. Das wäre ja auch gar vermessen, in einer 1. August – Rede ausgerechnet das Herzstück der Schweiz zu kritisieren. Die Demokratie wurde schliesslich von uns erfunden. Nein, das war gelogen. Genau genommen liegt die Wiege der Demokratie in Griechenland, aber weil die Griechen momentan nichts auf die Reihe kriegen, wird das meist vergessen und unter den Teppich gekehrt- Aber auch wenn wir die Demokratie nicht erfunden haben, so leben wir sie zumindest ziemlich erfolgreich.

Die Schweiz ist multikulturell - ich weiss, manche Eidgenossen zucken bei diesem Wort zusammen. Aber Entschuldigung, in unserem Land werden nicht deshalb vier verschiedene Sprachen und gefühlte tausend Dialekte verwendet, weil unsere Vorfahren an Sprachstörungen litten, sondern weil es eben Vorfahren aus vielen verschiedenen Ländern waren – ein zusammengewürfeltes Land mit vielen Individualisten und Eigenbrötlern, die in der einen Sekunde gemütlich zusammen eine Cervelat über dem Feuer braten und in der anderen sich gegenseitig an der Gurgel hängen, nur um am Ende des Tages, Arm in Arm nachhause zu wanken. Wieso funktioniert das?

Eine gute Frage. Vielleicht liegt es zum Teil an unseren klaren Regeln. Dabei sind wir aber nicht bünzlig, wie oft behauptet wird, nein, keineswegs. Wir legen eben Wert auf eine gewisse Ordnung. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir unsere Waren auf dem Laufband klar von der Ware der anderen abgrenzen. Das wäre ja schliesslich noch schöner, wenn wir Sachen zahlen würden, die wir uns gar nicht ausgesucht haben!

Nun gut, dieses Abgrenzen hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir uns generell gerne von anderen Menschen abgrenzen. Deshalb gibt es in unserem Land wahrscheinlich auch so viele Zäune. Das seien nur Vorurteile? Tja, dazu hätte ich eine kleine Geschichte zu erzählen. Letzte Woche mussten wir vor unserem Wohnblock ein paar der grossen Tannen fällen, weil sie zu hoch gewachsen waren. Jetzt hat man ein Einblick auf unsere Balkone und Terrassen. Als vor kurzem eine Familie vorbeispaziert ist, ist der Vater entsetzt stehen geblieben und hat angefangen lautstark rumzunörgeln, wie schlimm es doch für uns Bewohner wäre, dass jetzt einfach ALLE uns zusehen könnten. Furchtbar oder? Andere Menschen können uns jetzt SEHEN. Schön blöd wäre es natürlich wenn es ein Scharfschütze auf uns abgesehen hätte, der hätte jetzt freie Bahn.

Und blöd kann ich jetzt meine Yoga – Übungen nicht mehr nackt auf dem Balkon machen.

Das war natürlich ein Scherz. Aber ich wette beim Wort nackt hatte ich kurzzeitig wieder alle eure Aufmerksamkeit.

Wir Schweizer beklagen uns oft bitter darüber, dass wir viel zu distanziert im Umgang miteinander sind. „Weisst du, im Land XY sind die Leute ganz anderes! Viel offener und freundlicher! Die fangen ganz unbekümmert an mit dir zu reden und lachen auch viel mehr!“ Diesen Spruch kennen wir alle; er kommt manchmal von uns und ziemlich oft von Freunden, die aus den Ferien oder aus einem längeren Sprachaufenthalt zurückkehren.

Nur, ehrlich gesagt, habe ich nie das Gefühl, dass es uns wirklich ein Bedürfnis ist, mehr miteinander zu kommunizieren. Wenn ich im Zug jemanden frage, ob im Abteil noch Platz ist, bin ich ja schon froh, wenn ich ein Grunzen zur Antwort bekomme. Und wenn ich nach der Arbeit manchmal noch in meinem Kunden – anlächeln – Modus bin und alle freundlich angrinse, sehen mich die meisten eher erschrocken als erfreut an, so als würde ich die Zähne fletschen und knurren (wenn ich’s mir recht überlege liegt das vielleicht auch an meiner schlechten Zahnqualität).

Wir Schweizer lästern eben gerne über uns Schweizer. Aber wir mögen es nicht, wenn andere über uns lästern! Die sollen gefälligst den Dreck vor ihrer eigenen Tür kehren, bevor sie bei uns wischen kommen! Wer die anderen sind? Na, die ominösen „Anderen“ eben! Die komischen Menschen, die ausserhalb unserer Grenze leben.

Eigentlich haben wir ja ein gutes und friedliches Verhältnis zu den anderen Ländern. Eigentlich. Manchmal ist das Verhältnis vielleicht ein bisschen kompliziert. Vielleicht weil es von Anfang an ein schwieriges Verhältnis gewesen ist. Schon damals im Mittelalter kamen die Schweizer mit den Habsburgern so schlecht klar, dass Uri, Schwyz und  Unterwalden auf dem Rütli eine spontane Selbsthilfegruppe gründeten und sich anfingen selbst zu therapieren, indem sie sich Stück für Stück aus der Umklammerung der gierigen Habsburger – Vögte befreiten. Stellt euch einmal vor, ohne den Minderwertigkeitskomplex dieser drei Urkantone wären wir vielleicht Teil von Österreich oder Italien oder (Gott bewahre) Deutschland! Und dann hätten wir heute gar nichts zu feiern also gar keinen Grund total überteuertes und umweltschädliches Feuerwerk in den Himmel zu schiessen!

Das wäre ja schrecklich!

Ja, ja einige von euch runzeln schon ärgerlich die Stirn weil ich den Mythos Schweiz so ruiniere. Aber so genau weiss schliesslich niemand was da 1291 jetzt genau war mit Rütlischwur, dem Bundesbrief, dem Wilhelm Tell und dem Gessler (was ist eigentlich mit Helvetia? Hatte die auch noch irgendetwas damit zu tun?) Ironischerweise stammt die berühmteste Fassung der Heldenlegende um Wilhelm Tell aus der Feder eines Deutschen. Niemand Geringeres als das literarische Genie Friedrich Schiller hat unserem „Willi“ ein Denkmal gesetzt und so dafür gesorgt, dass viele Schüler sich in der Pflichtlektüre mit der Schweiz auseinandersetzen müssen. Tja, wir Schweizer wussten eben schon immer, wann wir fähige Arbeitskräfte aus dem Ausland für unsere Zwecke einspannen müssen.

Übrigens, wieso diskutieren eigentlich alle immer über eine neue Nationalhymne, aber nie über eine neue Nationalgeschichte? Ich würde mich sonst hiermit offiziell bewerben eine zu schreiben! Bei mir würde da ziemlich die Post abgehen! Wilhelm Tell wäre bei mir ein armer, aber unheimlich gut aussehender Wittwer, der seine Frau bei einem tragischen Unglück verloren hatte und sich trotz seiner Trauer aufopferungsvoll um seine Kinder kümmert. Er würde sich in die schöne, unabhängige Tochter des bösen Vogtes Gessler verlieben – die würde übrigens Helvetia heissen – und als dieser das spitzkriegt, will er Wilhelms Sohn töten lassen. Die listige Helvetia überredet ihn aber, Wilhelm um das Leben Walthers schiessen zu lassen. Wilhelm gelingt der berühmte Apfelschuss (um die Dramatik zu steigen, könnte er den Pfeil abschiessen, während er auf einem galoppierenden Pferd sitzt) , er wird aber trotzdem gefangengesetzt und  fortgeschleppt, unterwegs wird aber von einem wilden Amazonenvolk, das in den Wäldern lebt befreit und gerettet. Gessler jedoch droht seinen Sohn Walther hinzurichten; Tell stürmt gemeinsam mit den Amazonen, die auf Kühen reiten, den Platz der Hinrichtung. Als Gessler Walther mit einem Pfeil erschiessen will, wirft sich Helvetia dazwischen. Sie stirbt in Tells Armen, er wird rasend wütend und erschiesst seinerseits den Vogt. Tell kämpft nun mit den Amazonen gegen die Habsburger. Am Ende erreicht er tatsächlich die Unabhängigkeit des Landes, das er zu Ehren seiner verstorbenen Geliebten Helvetia nennt.

Spannend oder? Oder man könnte natürlich diesen ganzen Wilhelm – Tell – Kram weglassen und einen modernen Schweizer Helden literarisch verewigen. Zum Beispiel einen total berühmten Tennisspieler, der überall auf der Welt als Gott gefeiert wird…und nennen würden wir ihn….ja, wie würden wir ihn nennen…vielleicht…Roger Federer?

Der würde sich doch geradezu anbieten! Roger Federer hat doch den armen Wilhelm Tell schon längst als Idealbild des Schweizers abgelöst. Das sei eben ein Schweizer wie aus dem Bilderbuch, das hört man immer wieder, ob nun von Schweizern selbst oder von ausländischen Medien. Klar, der ganz normale Schweizer hat eine Rolex Uhr, eine Villa, und einen Tross mit persönlichen Mitarbeitern inklusive Imageberater und Nannys für die Kinder. Und alle Schweizer reisen in der Weltgeschichte herum, leben in teuren Hotels und bekommen eine Menge Geld dafür, dass sie total schlecht in einer Werbung mitspielen. Alles ganz normal für uns.

Aber mit der Heldenverehrung ist das eben so eine Sache. Das ist wie mit der Landesverehrung. Man idealisiert etwas und macht es grösser als es eigentlich ist. Damit tut man den Menschen keinen Gefallen. Und man tut auch einem Land keinen Gefallen damit. Oft reden Politiker davon, dass die Schweiz viel selbstbewusster auftreten müsse, viel mehr wagen müsse, sich viel mehr zutrauen müsse. Die kleine Schweiz soll auftreten wie ein Löwe und der EU mal so richtig zeigen, wo das Kuhhorn…äh ich meine der Hammer hängt!

Mir persönlich behagt dieser Gedanke an eine „Supermacht – Schweiz“ nicht. Ich finde, Schweizer sind keine Löwen sondern eher Kühe. Ihr braucht gar nicht die Augen zu verdrehen, Kühe sind tolle Tiere! Ruhig, bedächtig, stoisch. Und sie ist immer in der Lage etwas Nützliches zu tun, also Milch zu geben. Das Wiederkäuen der Kuh wiederum steht symbolisch für die besondere Eigenschaft der Schweizer ewig lange an einem Thema rumzubeissen, bis man es endlich herunterschluckt und verdaut. Und Kühe sind durchaus wehrhaft. Die können einen niedertrampeln (was ich jetzt nicht unbedingt als positive Eigenschaft werten möchte. Aber falls uns jemand mal erobern möchte ist es vielleicht nicht schlecht, wenn man auf ein paar Kuhherden zurückgreifen kann.)

Ich mag die kleine, schrullige, bescheidene Schweiz. Denn wer will schon Löwen haben, wenn er auch Kühe haben kann? Mit diesem philosophischen Gedanken beende ich meine Rede und möchte mich herzlich bei all jenen bedanken, die bis jetzt nicht vor Langeweile von den Bänken gefallen sind. Ich persönlich werde mich jetzt zum Büffet begeben und meinen Kopf in dieses wundervolle Bierfass stecken. Nicht um es auszutrinken, sondern damit ich dieses laute Geknalle von diesem Feuerwerk nicht mehr hören muss!

Donnerstag, 6. Juli 2017

Der Sportmuffel



Ich hasse Sport.

Nein, das ist eigentlich falsch ausgedrückt. Ich hasse Sport nicht. Ich verabscheue Sport.  Sport ist meine persönliche Nemesis, mein Erzfeind, der Alptraum meiner durchwachten Nächte. Sport ist widerlich, grauenhaft, fürchterlich; eine schreckliche Foltermethode und ein gähnender Abgrund, der jeden verschlingt, der sich auch nur in die Nähe wagt. Sport ist ein verführerisches Lebkuchenhaus, dessen Leckereien vergiftet sind. Sport ist die Regenwolke, die über meinem Leben hängt, das Feuer, das meine Haut verzehrt, der unbarmherzige Wind, der meine sorgfältig zusammengesteckte Frisur durcheinander bringt… soll ich weiterfahren?

Ich kann Sport nun einmal nicht leiden. Nicht einmal dann, wenn ich Sport gar nicht selber treiben, sondern nur zusehen muss. Dabei schwitzt man ja wenigstens nicht. Aber jetzt mal ehrlich, wie kann man nur 90 Minuten damit verbringen 22 Männern in unmodischen, schlecht sitzenden Trikots dabei zuzusehen wie sie einem Ball nachjagen? Wobei ich mich nicht beschweren würde, wenn man es tatsächlich als „jagen“ bezeichnen könnte, aber das dauert ja ewig, bis die auf der anderen Seite und überhaupt in Tornähe sind. Wie wäre es denn, wenn man diese Spielfelder verkleinern würde? Dann müssten sich diese armen Kerle nicht erst die Lunge aus dem Leib hecheln, um bis ans Tor zu kommen. Und sie müssten auf den Weg dahin auch nicht so oft hinfallen.

Fussballspiele sind also ungefähr so aufregend wie Goldfische in einem Aquarium, nur sind die wenigstens hübsch anzusehen. Fussballspieler dagegen sind…naja körperlich zwar nicht unattraktiv aber die benehmen sich auf so eine unausstehliche Art männlich. Also auf diese Art männlich, wie Männer denken, dass sie uns Frauen anzieht, aber in Wirklichkeit macht sie uns Frauen eher sauer und aggressiv (okay, sagen wir neurotische Frauen wie mich macht es sauer und aggressiv). Ich finde zum Beispiel dieses cowboymässige auf den Boden spucken eher grauselig als attraktiv. Ganz zu schweigen von so seltsamen Ritualen wie sich das nassgeschwitzte Trikot über den Kopf zu stülpen oder sich nach einem Tor auf den Boden wälzen, als hätte man plötzlich überall am Körper schlimmen Juckreiz.

Und mal ganz abgesehen davon: Wer verpasst sich schon vor dem Sport treiben eine Gelfrisur? Wer ausser Fussballspieler? Ich wette, die schmieren sich vorher auch noch mit übelriechendem Rasierwasser voll. Die sehen alle so aus wie Rasierwassertypen. Oder wie Schaufensterpuppen für Unterwäsche.

Hockeyspieler sind da schon ein ganz anderes Kaliber; keine gestylten Ken – Puppen, sondern echte Männer; wilde Männer, die direkt aus dem Wald zu kommen scheinen, wo sie gerade mit blossen Händen ein Reh erlegt und nebenbei für die nächsten drei Wochen Holz gehackt haben. Hockeyspieler sehe ich mir zugegebenermassen schon ganz gerne an. Aber wisst ihr was? Man hat ja gar nichts von diesen schönen Körpern! Weil die ja gepolstert sind und Helme tragen, so dass das die auf dem Spielfeld keineswegs so aussehen wie anbetungswürdige Gladiatoren, sondern eher wie randalierende Sofakissen.

Ich hab mir sogar mal ein Spiel angesehen. Live. Im Schoren. Ich war schwer verliebt und deshalb nicht zurechnungsfähig, weshalb ich meinen damaligen Freund ins Stadion begleitete. Und es war nicht irgendein Spiel es ging um den Schweizer Meistertitel (allerdings nur in der Nationalliga B. Die ist auch wichtig, aber eben nicht so wichtig wie Nationalliga A). Ich befand mich ungefähr fünf Minuten im Stadion, da wusste ich schon, dass Hockey und ich nie Freunde werden, nicht einmal gute Bekannte.

Ich fror erbärmlich. Ich meine, in diesem Stadion war es furchtbar kalt, so dass mir schon nach wenigen Sekunden die Nase lief und ich ständig aufs Klo musste. Es war ungefähr so angenehm wie an einem eiskalten Wintermorgen am Bahnhof zu stehen und auf den Zug zu warten. Nur ist das irgendwie sinnvoller als ein Hockeyspiel.

Zu meinem ausserordentlichen Entsetzen wurde mir beim Reingehen auch noch so ein gelbes Papierteil in die Finger gedrückt. Damit sollte ich – so erklärten mir meine Begleiter – bei einer „Fan – Performance“ mitmachen. Das erinnerte mich irgendwie fatal an Cheerleading und ich hatte schon Panik, dass jetzt von mir verlangt wird, dass ich ein Rad schlage oder so. Tatsächlich bestand die eigentliche Performance allerdings darin, im richtigen Momente die Papierschnitzel über den Kopf zu halten um ein Langenthaler Wappen darstellen zu können.

Gott, ist mir das peinlich, dass ich da mitgemacht habe. Ich hoffe es gibt keine Fotos davon.

Vom Spiel weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr viel. Nur noch, dass ich langsam sämtliches Gefühl in meinen Zehen verlor, meine Lippen blau anliefen und ich mir abwechselnd einen Stuhl, eine Heizung oder das Ende des Spiels herbeisehnte. Am furchtbarsten war aber dieses Gegröle. Erwachsene Männer. Gestandene Männer. Elegant gekleidete Damen. Benahmen sich wie Affen im Gehege. Das, meine lieben Leser, macht Sport mit uns. Sport raubt uns den Verstand und lässt uns Dinge tun, die wir sonst, bei einigermassen klaren Verstand, nie tun würden.

Unnötig zu sagen, dass ich nach dieser Erfahrung keinen Fuss mehr in ein Eishockey – Stadion gesetzt habe.

Aber die allerallerdümmste Erfindung – noch blöder als langweilige Fussballspiele und eisigkalte Stadien, in denen du dich fühlst wie ein tiefgekühltes Poulet – sind die Fitnesscenter. Oder wie ich sie insgeheim nenne: Die Orte des Grauens, die Sümpfe des Elends, die Strudel des Leidens. Und ja, ich kann das beurteilen. Ich war nämlich mal in einem. Allerdings nicht freiwillig. Ich wurde gezwungen. Von meinem Sportlehrer, der fand, es sei eine wahnsinnig tolle Idee, im Rahmen des Unterrichts, ein Sportstudio zu besuchen.
Ich weiss nicht was ich schlimmer fand. Die Frauen mit ihren superknappen Sport – BHs, die mit ihrer beneidenswert durchtrainierten Figur neben mir durchspazierten und dabei mitleidige Blicke auf meine dünnen Spinnenbeinchen warfen, die Männer, die in verstören engen Trikots neben mir durchspazierten und mich dabei so achtungsheischend ansahen, als erwarteten sie, dass ich vor ihnen anbetend auf die Knie sinke oder aber die seltsamen Geräte, die mich stark an Folterwerkzeuge aus dem Mittelalter erinnerten.

Es waren schlimme Stunden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Moment, in dem sich der Schnürsenkel meines Turnschuhs um das Pedal eines Tretvelos wickelte und ich meinen Fuss nur mit sehr viel Mühe wieder daraus befreien konnte. Auch sehr lustig war es, als mir eine Klassenkameradin das Badetuch  geklaut hat, weshalb ich – gezwungenermassen – splitterfasernackt durch die Gemeinschaftsgarderobe dackeln musste.

Ich verstehe das Konzept von Fitnesscentern einfach nicht. Ist es nicht der Sinn von Sport, dass man sich draussen an der frischen Luft bewegt? Wieso sollte man dann in viel zu engen  Räumen auf völlig absurden Geräten Sport treiben? Würden wir weniger Auto fahren und mehr Wege zu Fuss zurücklegen, bräuchten wir auch keine Laufbänder. Und es gebe weniger Autos.

Und mal ganz abgesehen davon: Wenn ich etwas mehr hasse als selbst zu schwitzen, dann ist es, noch andere schwitzende Menschen um mich herum zu haben.

Ich habe also durchaus stichhaltige Gründe Sport nicht zu mögen. Dann treib eben keinen Sport und schau es dir eben nicht an. Zum letzteren kann ich euch nur sagen: Wisst ihr, wie schwer es ist, Sport zu entkommen? Zum Beispiel wenn gerade die Fussball – EM oder Fussball – WM läuft? Du kannst dich praktisch in kein einziges Lokal setzen, ohne dass dort der Fernseher läuft. Du kannst an keine Sitzung mehr gehen, ohne dass jemand ständig auf sein Handy schielt, wo gerade der Liveticker läuft (ernsthaft, das ist doch unhöflich oder? Ich sehe mir während einer Sitzung schliesslich auch nicht einfach Topmodel – Folgen an). Du kannst nicht einmal an eine Diplomfeier gehen ohne das der Redner dich über die Resultate der Fussball – Nationalmannschaft informiert. Es ist eine grossangelegte Verschwörung, die uns unbarmherzig immer weiter in ihrem Netz einfängt.

Und wisst ihr was? Ich selbst verfange mich immer wieder in diesem raffiniert gestrickten Netz! Ich sehe all diese wunderhübschen Frauen, die in ihren Sport – BHs durch die Werbung joggen und dabei so unglaublich glücklich wirken. Oder ich betrachte Facebook – Bilder mit verschwitzten, aber strahlenden Freunden, die  gerade einen Marathon beendet haben und dabei auf geradezu ekelhafte Weise zufrieden wirken. Oder höre Freundinnen zu, die erzählen, wie toll Yoga ihnen tue und wie ausgeglichen sie sind, seitdem sie jeden Morgen mal kurz den Kopfstand machen.

Ist Sport der Weg zu einem Leben, in dem ich endlich ganz eins mit mir und dem Universum bin, frage ich mich und denke dann mit einem sehr schlechten Gewissen an all die Tage, die ich lesend auf dem Sofa oder Balkon verbringe. Oder an die Tage, die ich grösstenteils im Bett verbringe. Oder essend vor dem Fernseher. Und dann beginne ich mir meist irgendeine Sportart zu suchen.

Aber ich mag Sport nun einfach nicht, daran kann auch ein Sport – BH nicht ändern. Mal abgesehen davon, dass ich Sport einfach furchtbar anstrengend finde – es fühlt sich auch einfach nicht gesund an. Als bekennender Hypochonder denke ich bei jedem Seitenstechen gleich an einen Lungenkollaps, ein schmerzender Knöchel ist für mich ein Ermüdungsbruch, bei übermässigen Schwitzen überlege ich, ob dass das erste Symptom von Schweissfieber ist. Dadurch fühle ich mich nach Sport überhaupt nicht gut, sondern eher gestresst und total fertig.

Inzwischen habe ich es endgültig aufgegeben. Mein Sportpensum besteht nur noch aus Spaziergängen und Schwimmen. Um sicherzustellen, dass ich Letzteres auch tatsächlich tue, habe ich mir sogar ein Abi gekauft. Dann gehe ich nämlich tatsächlich, weil ich ungern Geld verschwende.

Trotzdem: Ich bin ein Sportmuffel. Und steh dazu. Kommt in meinen Club der Sofalieger! Wir tragen keine Sport – BHs, wir haben keine Bauchmuskeln und wir können auch keinen Handstand. Aber wir haben Schokolade, Chips und Gummibärchen.